KDE-IC News
Teilnahme am deutsch-arabischen Wirtschaftsforum in Essen
Vor
einem Jahr fand in München das erste Forum für wirtschaftliche
Zusammenarbeit Dubai – Deutschland statt. Aufgrund des enormen Erfolges
dieser Veranstaltung gab es nun von 11. bis 13. Mai 2005 in Essen die
Fortsetzung in weitaus größerem Umfang: Alle 7 Emirate der
Vereinigten Arabischen Emirate waren vertreten am ersten Forum für
wirtschaftliche Zusammenarbeit Vereinigte Arabische Emirate – Deutschland
(UAE-Germany Economic Partnership Forum).
In
Fortsetzung seiner Reise in die Vereinigten Arabischen Emirate im April
2005, nahm Adem Kapur (Begründer der Wissenschaft der Energologie
und General Manager der KDE) gemeinsam mit Nicola Spiegl (Assistentin
für energologisch-interkulturelle Managementberatung) am ersten Tag
des Forums teil.
Die VAE sind eine der am schnellsten wachsenden Investment- und Tourismusregionen
weltweit. Sie sind der wichtigste Handelspartner Deutschlands im gesamten
arabischen Raum. Ziel des Forums war es deshalb, neue Kontakte direkt
mit maßgeblichen Entscheidungsträgern aus den Emiraten zu knüpfen
und bestehende Wirtschaftskontakte zu pflegen und zu verbessern.
Hochrangige
Unternehmens- und Regierungsvertreter besuchten das Forum und die Messe,
unter ihnen Bundeskanzler Gerhard Schröder und Seine Hoheit Scheich
Hamed Bin Zayed Al Nahyan, Vorsitzender der Wirtschafts- und Planungsabteilung
in Abu Dhabi.
Für Seine Exzellenz Abdul Rahman G. Al Mutaiwee, Generaldirektor
der Wirtschafts- und Handelskammer Dubai, spielte dies eine wesentliche
Rolle dabei, die bilateralen Beziehungen zu unterstützen und neue
Türen zu öffnen in der Handelskooperation der beiden Länder.
Eröffnung
Bereits die Eröffnung durch NRW-Wirtschafts- und Arbeitsminister
Harald Schartau, Seiner Exzellenz Mohammed Ahmed Al Mahmoud, Botschafter
der VAE in Deutschland, und Herrn Rheinger, Bürgermeister von Essen,
kündigte die Bedeutung des Forums an als bisherigen Höhepunkt
der kontinuierlich intensivierten Beziehungen zwischen den Emiraten und
Deutschland. Minister Schartau verdeutlichte dies bereits in seiner Eröffnungsrede,
indem er darauf hinwies, dass das Handelsvolumen zwischen den beiden Ländern
von 2000 bis 2004 um 100% gestiegen ist.
Seine
Exzellenz Mohammed Ahmed Al Mahmoud, Botschafter der VAE in Deutschland,
hielt die Eröffnungsrede von Seiner Hoheit Scheich Hamed Bin Zayed
Al Nahyan, Vorsitzender der Wirtschafts- und Planungsabteilung in Abu
Dhabi und Leiter der VAE-Delegation am Forum, der später noch persönlich
u.a. die Messe besuchte. Seine Hoheit Scheich Hamed führte in seiner
Rede aus, dass trotz ihrer Stärke und Lebendigkeit die Wirtschaft
der VAE großen Herausforderungen begegnet: Der nachhaltigen Diversifizierung
der Einkommensquellen (Aufbau des Nicht-Öl-Sektors) und der Stimulierung
des enormen Potentials der VAE für den globalen wirtschaftlichen
Wettbewerb. Außerdem gäbe es nun, nach den jüngsten Anstrengungen
für ein rasches Wirtschaftswachstum und der Optimierung der Wettbewerbsposition,
genug Behörden in den VAE. Was es nun braucht, ist laut Seiner Hoheit
Scheich Hamed die effektive Koordination der Handelskammern, der wirtschaftlichen
Abteilungen, der Tourismusbehörden, usw. Seine Hoheit Scheich Hamed
drückte das Interesse aus, Deutschland in all diesen Bemühungen
als starken Partner zur Seite zu haben. Sowohl die VAE als auch Deutschland
sind wirtschaftlich starke Länder, weshalb der weitere Aufbau wirtschaftlich
starker Beziehungen möglich ist, die den Interessen beider Länder
dienen.
In diesem Sinne fördern die VAE die Ansiedlung produzierender und
dienstleistender Unternehmen aus Deutschland. Zahlreiche Vorteile bieten
hier die Freihandelszonen, wodurch der Markt offen ist für jeden
Investor, um Projekte durchzuführen. Diese profitieren von der steuerfreien
Wirtschaft und leicht zugänglichen Statistiken und Daten über
den lokalen Markt.
Messe
Auf der Messe waren die wichtigsten Behörden und Firmen aus den VAE
vertreten. Es präsentierten sich auf mehr als 60 Ständen Top
Organisationen aus unterschiedlichen Bereichen, wie Industrie- und Handelskammern
und Freihandelszonen mehrer Emirate, Immobilien- und Industrieprojekte,
Investorengruppen, Finanzinstitute und private Unternehmen.
Forum
Das
Forum bot eine Reihe von Vorträgen hochkarätiger Sprecher sowohl
aus den VAE als auch aus Deutschland. Unter ihnen u.a. Seine Exzellenz
Abdulla Sultan, Generalsekretär der Industrie- und Handelskammer
der VAE, Seine Exzellenz Abdul Rahman G. Al Mutaiwee, Generaldirektor
der Industrie- und Handelskammer Dubai, Seine Exzellenz Mohammed Omar
Abdulla, Generaldirektor der Industrie- und Handelskammer Abu Dhabi, Seine
Exzellenz Sultan Bin Sulayem, u.a. Geschäftsführer der Hafen,
Zoll- und Freihandelszonengesellschaft und Vorsitzender von Nakheel, Seine
Exzellenz Saeed Obaid Al Jarwan, Generaldirektor der Industrie- und Handelskammer
Sharjah, Seine Exzellenz Quadhi Al Murooshid, Generaldirektor der Behörde
für Gesundheits- und medizinische Leistungen Dubai, und viele weitere
Exzellenzen, Professoren und Doktoren.
Die Vorträge wiesen ein breites Themenspektrum auf, das von Wirtschaftspolitik,
Produktion, Finanzdienstleistungen, Gesundheitswesen, Informationstechnologien,
Energiewesen und Tourismus reichte.
Sowohl in den Vorträgen des Forums als auch in der Messehalle wurden
die zahlreichen Vorteile und ausgezeichnete Geschäftsmöglichkeiten
deutscher Unternehmen und Investoren deutlich: Die VAE bieten stabile
wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen, zahlreiche Großprojekte,
starkes Wirtschaftswachstum, eine zentrale geographische Lage zwischen
Asien und Europa, eine steuerfreie Umgebung ohne Unternehmens- und Einkommenssteuer,
freien Währungstransfer usw.
Erfolgreiche Bilanz
Im Beisein von Bundeskanzler Gerhard Schröder und Seiner Hoheit
Scheich Hamed Bin Zayed Al Nahyan, Vorsitzender der Wirtschafts- und Planungsabteilung
in Abu Dhabi, wurde eine Vereinbarung zwischen den VAE und Deutschland
unterzeichnet zur Kooperation und zur Bildung eines Wirtschaftsrates.
Dieser besteht aus 28 gleichberechtigten Mitgliedern beider Länder.
Die Mitglieder werden innerhalb der nächsten 2 Jahre regelmäßig
zusammentreffen, um u.a. Investitions- und Handelsprojekte voranzubringen,
den bilateralen Handel zu vereinfachen, die Möglichkeiten beider
Länder auszuloten und um Wissen, Erfahrungen und Informationen auszutauschen.
In
den 3 Tagen des Forum wurden bereits Verträge im Wert von insgesamt
415 Millionen Euro unterzeichnet, es werden jedoch noch weitere Vereinbarungen
und Vertragsabschlüsse erwartet.
Die Teilnehmerzahlen überstiegen alle Erwartungen: Alleine am ersten
Tag wurden mehr als 260 Besucher bei den ersten Vorträgen des Forums
gezählt. Am zweiten Tag waren sogar mehr als 500 Zuhörer bei
den Vorträgen aus dem Bereich Gesundheitswesen anwesend. Insgesamt
besuchten damit 3.625 Vertreter aus Wirtschaft und Politik das Forum in
Essen.
Ausblick auf 2006
Aufgrund des großen Erfolges des diesjährigen Forums werden
bereits jetzt die Vorbereitungen für das Forum im Jahr 2006 starten.
Es gab bereits einen ersten Austausch, in welcher deutschen Stadt das
Forum stattfinden könnte.
Reflexion zur Präsentation kultureller Werte
In den Informationen zur Messe (www.epforum.ae)
war zu lesen: „Die VAE besitzen alle geeigneten Elemente für
eine sichere und gedeihliche Arbeitsumgebung und eine bestechende, traditionelle
Kultur.“ Ersteres wurde am Forum auch deutlich. Doch wie steht es
mit dem zweiten Teil?
Etwas bescheiden und teilweise modern-minimalistisch waren die Stände
der Aussteller und die Vorträge enthielten weniger arabische Wärme
und Herzlichkeit, dafür mehr Zahlenkolonnen und Fakten zur aufstrebenden
Wirtschaft. Selbst das Catering war ungewöhnlich für den orientalischen
Rahmen mit u.a. italienischer Gemüselasagne und Schokoladen-Croissants.
Ein
Betreuer eines Standes kam ins Schwärmen, als er meinte, „In
den VAE ist es so ganz anders als hier in Deutschland“. Wie kann
man sich das also vorstellen? Vielleicht in etwa so: trockenes, warmes
bis heißes Klima, endlose Wüste mit zwischendrin ein paar grünen,
weil bewässerten Gebieten, künstliche Inseln in Palmenform,
freundschaftliche Geschäftskontakte, weniger Pünktlichkeit und
mehr Flexibilität, Wolkenkratzer neben Bungalows, der fremde Klang
der arabischen Sprache, fremde Gewohnheiten und eine vielleicht nicht
so ganz fremde Religion?
Ist das nicht befremdlich, wenn man sich vorstellt, dort zu arbeiten
und zu sein? Die arabische Kultur ist also tatsächlich ganz anders
als die deutsche Kultur und das Forum hat auch viele (wirtschaftliche)
Zahlen und Fakten genannt, doch wie sich die arabische Kultur anfühlt
und ob man ihr gegenüber Befremdlichkeit empfindet oder Vorurteile
und Konditionierungen aktiviert werden, konnte man am Forum nicht erfahren.
Das ist vielleicht auch Privatsache. Schade, denn das Gefühl ist
ein wesentlicher irrationaler Faktor, wenn es darum geht, Entscheidungen
(z.B. für Investitionen) zu treffen.
"Alle Fotos mit freundlicher Genehmigung von Dr. Samir,
GM der S.I.C. International Consulting"
(ns)
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